Berlin Gedicht,  Berlin Geh Dicht

Schublade & Zusammenhang gesucht #1

Es ist mir in letzter Zeit öfter passiert, dass mir Dinge einfallen über die ich schreiben könnte. Aber dann finde ich mich entweder in einer Situation wo der Zusammenhang oder Bezug fehlt, und sich auch nicht ohne weiteres ein selbiger herstellen oder behelfsmäßig ersinnen lässt. Oder ich einfach keine Schublade finden kann in die ich das Geplante einlegen könnte. Oder es eben einfach auch mal keine Lade sein soll. Oder, mal so völlig aus der Luft gegriffen, ich es bei der Termindisziplin habe schleifen lassen, und den Abgabezeitpunkt für einen Projektbeitrag verpasst habe. Nicht, dass mir so was je passieren würde…

Also gönne ich mir einfach die Kategorie Schublade & Zusammenhang gesucht, in die ich nach dem noch unbewährten Prinzip „Keine Nachvollziehbarkeit für Niemanden“ meine thematisch dazu passenden Beiträge einsortieren werde. Oder eben auch nicht. Ich scheine der letzte Rebell zu sein…party hard und Yolo und so!

Die folgende Aneinanderreihung von gereimten Satzenden glitt mir nämlich neulich aus dem Geiste, und soll diese Kategorie hiermit begründen. Gedicht möchte ich es noch nicht nennen, denn da könnten sich echte Gedichter auf den Schlips getreten fühlen. Und ich kann einfach behaupten „der Junge lernt ja noch“.

Alltagsmonotönigkeit

Manchmal ist das Leben öde.

Täglich grüßt dann noch der Schnöde.

Alltag.

Dich und deine Anverwandten,

Mütter, Väter und die Großcousinen 3. Grades.

Weiß dann kaum zu überraschen.

Kommt höchst selten.

Wenn, mit laschen,

Neuigkeiten aus den Welten.

Sollte man den nicht verbieten?

Hinter dicke Tore nieten?

„Wär‘ kein Alltag, wär‘ es schöner!“.

Sagte einst einmal ein Fröhner

des Besonderen zu mir.

„Schau mal, so viel Neues hier.

Statt nur Alltag, dieser graue

gibt’s hier Neues, statt nur laue

Alltagsmonotönigkeit.“

Ich dann: „Wirklich? Bin bereit!“

Da bin ich nun, und schau nach vorn.

Gestalt‘ den Tag abseits der Norm.

Das macht Spaß, da mach ich mit,

und bring den Alltag aus dem Tritt.

Der bleibt locker, sieht mich lachen,

lässt mich nun Besond’res machen.

So ergänzen sicherlich,

ich den Alltag und er mich.

Hab in ihm bekanntes Land,

er Neues hinterm Tellerrand.

Und am Ende, er und ich,

freuen uns.

Warum auch nicht?

Danke an Ulli für die Inspiration.

René

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9 Kommentare

  • Ulli

    Hallo René, Dergl hat Recht, wenn sie schreibt, dass ich keine bin, die an Terminen klebt. Das Alltagsprojekt soll bunt und vielfältig sein und das ist es ja auch schon geworden! Also kein Problem. Ich danke dir für deine Facette zum Alltag, ich mag dein Gedicht sehr und ganz besonders das Wort „Alltagsmonotönigkeit“.
    herzliche Grüße
    Ulli

    • ueberweiss94

      Super, dann weiß ich Bescheid. Da hast du auch wirklich ein interessantes Thema in die Runde geworfen. Schön, wenn es sich so entwickelt. Was sich da bei einem selbst entwickelt ahnt man wohl auch erst beim Machen 🙂

      • Ulli

        Ja, diese Erfahrung durfte ich schonbei dem einen und anderem Projekt hier in Bloghausen machen. Es wird wohl auch nicht das letzte gewesen sein, auch wenn ich jetzt noch keine Idee habe, aber die kommen ja immer dann, wenn ich nicht an sie denke und jetzt ist jetzt und jetzt ist auch Alltag. Mein Allatg mit freier Zeit und Kaffee am Rechner.

  • hotfox63

    Solche Unternehmungen atmen in ihrer Materialgläubigkeit ein wenig den Geist des 19. Jahrhunderts. Da mochte man noch darauf vertraut haben, das Ganze eines Lebens oder eines Werks könne in seinem Zusammenhang rekonstruiert werden, gelänge es nur, aller einschlägigen Dokumente habhaft zu werden.

    • ueberweiss94

      Das denke ich auch. Wobei die Suche selbst nicht zum alleinigen Zwecke verkommen sollte. Sonst wird der Endpunkt sein, dass ich gesucht habe. Da finde ich lieber 🙂

  • dergl

    Schönes Gedicht und würdiger Beitag. Zumindest was die Etüden bei Christiane angeht hast du mitbekommen, dass du jederzeit nachziehen darfst?! Vielleicht sieht Ulli das auch so, wenn du innerhalb des jeweiligen Monats nachholst. Es sind nicht alle Leute regelmäßig bloggend oder sonst online verfügbar und ich denke, das kalkuliert sie mit ein.

    Find ich gut mit der Schublade. Ich hatte/habe (heute hat sie aber einen anderen Sinn) als ich mein mittlerweile nicht mehr offen einsehbares Blog (also nicht das, was du liest und wo ich die Projekte mache) angefangen habe eine Kategorie „verlorene Fäden“, wo ich auch einfach alles „reingeschmissen“ habe das nirgendwo sonst passte. Nach drei Jahren kann ich dir sagen: Es strukturiert sich irgendwann von allein.

    • ueberweiss94

      Alles klar, danke für das Feedback. Dann warte ich mal Ulli’s Entscheidung. Bei den Etüden bin ich besser im Bilde. Mal lernt ja aber trotzdem nie aus 🙂

      Und was die Strukturierung angeht da warte ich selbst immer gespannt wie sich das so alles, mehr oder weniger von selbst, im Laufe der Zeit selbst gerade zieht 🙂

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