Die technischen Leiden des Berliners E.

Von einem, der losging, die heutige Technik zu verstehen

Ich darf vorstellen: E.

E.?

Ja, E.

Einfach nur E. Klingt komisch, ist aber so. 

E. hat eine Menge Vorzüge. Er hat einen Namen den sich jeder leicht merken kann. Er ist Berliner mit Leib, Seele und großer Klappe.  Er ist seit kurzem Rentner. Und er hat sogar Detlev Buck schon in der S-Bahn getroffen. 

Außerdem hat er die Angewohnheit in Zeiten des Aufruhrs oder der Nervosität in klarstem Hochdeutsch zu denken, allerdings brechen sich seine Worte dann häufig auf Berlinerisch ihre Bahnen. 

All diese Pluspunkte können jedoch über eines nicht hinwegtäuschen: E. steht mit einigen Errungenschaften des heutigen technischen Fortschritts wie Computer, Handy, WhatsApp, Internet, Facebook, TikTok, Online-Shopping und –Banking und –Dating und –Buchvorlesing irgendwie auf Kriegsfuß. Wie er es dennoch geschafft hat in seinem letzten Job vor der Rente die Position des “Senior Content Managers” in einem hippen Berliner Start-Up zu bekleiden, das soll sein Geheimnis bleiben. 

Darum oder deshalb stellen diese Errungenschaften einen Mann wie E. vor neue Herausforderungen. Oder eben technische Leiden. Was ihn nicht davon abhält es trotzdem zu probieren, anzupacken, dazuzulernen, neuzustarten, kaputtzumachen und neuzukaufen, und einfach immer weiterzumachen. 

Daher ist alles dabei. Freundschaft. Hilfe. Die Deutsche Rentenversicherung. Der BER natürlich. Eine Software namens “PISSA”. Melitta-Britta. Zweimal Alexa. Amazon. Union Berlin. Berlinericks. Wortwitze mit Äpfeln und Androiden. Und Detlev Buck mit einem ungeplant-spontanen Cameo-Auftritt.  

Also alles so wie das echte Leben. Nur mit etwas mit mehr technischem Leiden. Und mit überdurchschnittlich viel E.

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Einmal ausziehen bitte. Hier also ein Auszug.

(…) Nach dem traditionellen ersten Liter Filterkaffee setzt er sich also an seinen Laptop, wo seit eh und je mittel-stabil Windows XP läuft. Dass sowohl XP wie Laptop überhaupt noch laufen, findet Dave, der nette und hilfsbereite Nachbarsjunge mit mehr Computer-Know-How als der Rest des Hauses zusammen, schon seit ungefähr drei Jahren erstaunlich.

Aber wenigstens hatte sich E. aufgrund des Tempos seines Computers beim Hochfahren schon einen passablen Morgenalgorithmus zurechtgelegt. Dieser erlaubt es ihm, sich zu rasieren, zu duschen, penibel die Zähne samt aller Zwischenräume ausgiebig zu reinigen, den Geschirrspüler zu ent- und dann wieder zu beladen, den Kaffee aufzusetzen und dessen Filtrierungsprozess im Detail zu verfolgen, und anschließend im Wohnzimmer die Dielen zu ölen, bis der Laptop dann auch soweit ist.

Dave nennt ihn daher sarkastisch „Speed Dämon“, E. nennt ihn „Schleppi“, in Anlehnung an das Eigengewicht des „Schlepptops“. E. findet das witzig, Dave nicht. Humor ist eben doch eine Generationenfrage. (…)

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